17.10.2016 Pressemitteilung

BPD stellt Wohnungsmarktvergleich zwischen Deutschland, Frankreich und den Niederlanden vor


Wohnungsmangel und Preissteigerungen sind nur durch viel mehr Neubauproduktion zu lösen


Frankfurt, 17. Oktober 2016 – Das Wohnen in Deutschland ist viel teurer als in Frankreich und in den Niederlanden: In Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt sind Mieten oder Kaufen um 20 Prozent höher als in Lyon, Bordeaux oder Nizza und 25 Prozent höher als in Amsterdam und Utrecht. Dies geht aus der Studie Deutschland, Frankreich, Niederlande – Wohnungsmärkte im Vergleich 2016” deutlich hervor. Die Studie ist von BPD Immobilienentwicklung durchgeführt worden.


Im Mai 2016 wurden mehr als 4.000 Verbraucher in Deutschland, den Niederlanden, in Frankreich und Polen befragt, ihre Meinung zu Wohnwünschen und Problemen auf dem Immobilienmarkt darzulegen. Dies war das dritte Mal, dass die Umfrage in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden stattfand; Polen wurde in diesem Jahr neu hinzugefügt.


Deutschland ist am teuersten, die Niederlande am billigsten


Die Preise in Deutschland sind bei weitem die höchsten und das in nahezu allen Bereichen des Landes. Der Preis einer durchschnittlich neu entwickelten Wohnung übersteigt die Preise in Frankreich und den Niederlanden. Mit rund 8.000 Euro pro Quadratmeter steht dabei München ganz oben auf der Preisliste. Es ist fast unmöglich, eine Wohnung in Deutschland unter 4.000 Euro pro Quadratmeter zu finden. In den Niederlanden gibt es von Region zu Region weniger Preisschwankungen. So reichen die Durchschnittspreise von etwa 2.900 Euro pro Quadratmeter bis über 3.600 Euro pro Quadratmeter in Amsterdam. Nicht überraschend ist es, dass Wohnungen in Paris die teuersten in Frankreich sind.


Die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen in Deutschland sind groß: In München sind die Einkommen und die Wohnungspreise im Schnitt doppelt so hoch wie in Berlin. Bis 2026 wird in diesen Regionen mit einer deutlichen Zunahme der Nachfrage nach Wohnraum gerechnet, und zwar mit dem höchsten Bedarf in den kommenden fünf Jahren. Ab 2021 wird sich die Kurve ein wenig abflachen.

Der Grund für den zunehmenden Wohnungsmangel in den Städten liegt in den langwierigen Verfahren in den Bereichen Raumordnung und Planung, außerdem bei der geringen Kapazität der Bauindustrie. In einem solchen Klima sind Preissteigerungen unvermeidlich. In den Regionen München, Berlin, Stuttgart und Nürnberg sind die Verkaufspreise zwischen 2013 und 2016 um 20 bis 30 Prozent gestiegen.


Bevölkerungsstruktur wichtiger Umzugsgrund


In den Niederlanden, Polen und Deutschland suchen die Verbraucher  wieder vermehrt neue Häuser und Wohnungen; in Frankreich ist die Nachfrage etwas verhaltener. 20 Prozent der Haushalte möchten in den nächsten 5 Jahren umziehen, und davon sucht die Hälfte ein Haus und die andere Hälfte eine Wohnung. Bei der Suche nach einer neuen Wohnung und einem Wohnviertel ist die Bevölkerungsstruktur als Entscheidungskriterium wichtiger geworden als in 2014 und 2012. Die soziale Struktur eines Wohnviertels ist ein wichtiges Thema: 40 Prozent der Befragten möchten umziehen, weil sie meinen, dass ihr Wohnviertel sich verschlechtern wird.


Mietwohnungen weiter sehr beliebt in Deutschland


Deutsche bevorzugen weiterhin, zur Miete zu wohnen, vor allem in Wohnungen; das Interesse an neuen großen Wohnsiedlungen ist weniger ausgeprägt. Französische, niederländische und polnische Verbraucher bevorzugen den Immobilienkauf. Sie wollen eine Familienwohnung, wobei Reihenhäuser in den Niederlanden nach wie vor sehr beliebt sind. In allen drei Ländern ist die Popularität von Wohnungen auf dem Vormarsch. In den Niederlanden scheint auch das Wohnen in Hochhäusern an Akzeptanz zu gewinnen.


Der private Mietwohnungsmarkt wies ebenfalls enorme Preissteigerungen auf, wenn auch der Anstieg im Vergleich zum Markt für Eigentumswohnungen etwas geringer war. Der maximale Mietpreis, der verlangt werden kann, scheint an seine Grenzen zu stoßen, und viele Haushalte entscheiden sich notgedrungen für kleinere Wohnungen. In einigen Kommunen werden soziale Wohnungsbauprogramme eingeleitet, wobei die Finanzierung und Realisierung häufig durch private Bauträger vorgenommen werden muss.

 

Die Vielfalt in der Stadt ist in Gefahr


„Die Baukosten geben Anlass zur Sorge“, sagt Franz-Josef Lickteig, Geschäftsführer BPD in Deutschland. Die Grundstücks- und Baukosten in fast allen städtischen Regionen sind in den letzten drei Jahren stark angestiegen. Die Verfügbarkeit bebaubarer Flächen und die Bezahlbarkeit von Wohnraum in den städtischen Regionen werden in den kommenden Jahren die größten Herausforderungen sein. „Dadurch wird bezahlbarer Wohnraum auch für mittlere Einkommen immer schwieriger. Hier müssen alle – Kommune, Grundstücksverkäufer und Bauträger – eng zusammenarbeiten. Wir benötigen einfach mehr Wohnraum“, so Lickteig weiter.


Mehr Menschen möchten in eine Stadt ziehen, immer weniger in einem Dorf leben


Das Leben in großen Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern ist in Deutschland, Frankreich und Polen besonders beliebt. Der Rückgang des Interesses an ländlichem Wohnen ist in Deutschland am stärksten, aber auch in den Niederlanden sinkt die Popularität, auf dem Land zu wohnen. In den Niederlanden, wo es nur zwei echte Metropolen gibt, lebt man aber auch gern in kleineren und mittelgroßen Städten.


Über BPD


BPD ist ein europäischer Projekt- und Gebietsentwickler. Seine Aufgabe ist es, lebenswerte Wohngebiete zu schaffen, nach dem Motto Gestaltung lebendiger Räume. Gegründet wurde das Unternehmen 1946 in den Niederlanden unter dem Namen Bouwspaarkas Drentsche Gemeenten. BPD hat fast 320.000 Wohnungen und Häuser entwickelt und gebaut, in denen heute über eine Million Europäer leben. BPD verfügt über 30 Niederlassungen in Europa und ist Marktführer in den Niederlanden. In Deutschland gehört BPD Immobilienentwicklung zu den Top 3 der Projektentwickler und Bauträger. In Frankreich wird BPD unter den Top 7 gelistet und agiert unter dem Namen BPD Marignan. BPD ist ein Teil der Rabo Real Estate Group. Für weitere Informationen: www.bpd-de.de oder www.bpdeurope.com oder www.bpd.nl

 

Pressekontakt:
Hans Weber, h.weber@bpd-de.de, 0160 / 98919841
Katharina Zoll, k.zoll@bpd-de.de, 069 / 509579-2975 

 

Wohnungsmärkte im Vergleich 2016




 

Die komplette Studie steht unter Publikationen zum Download bereit.

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